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XANTEN. „Die Gedanken sind frei …“ singt Sophie Scholl
(Christiane Moldt) am vergitterten Fenster ihres Kerkers. Wenige Minuten später
wird das Fallbeil ihrem Leben ein Ende setzen. In einer letzten Stunde mit
ihrem Bruder Hans (André Bolouri)
durchlebt sie in Erinnerung wichtige Passagen ihres Widerstandes mit der
Gruppe „Die weiße Rose“. Der Weimarer Kultur-Express zu Gast in der Marienschule.
Vorführung für die Klassen 8 bis 10. „Frei
und gerade durchs Leben gehen, auch wenn es schwer fällt.“ Das war die
Lebensmaxime ihres Vaters. Das versuchen sie auch in politisch schwieriger
Zeit, wie die Wandanschrift von Hans erkennen lässt: „Allen Gewalten zum Trutz
sich erhalten!“ Zitate zum Nachdenken von der Bühne in
der voll besetzten Aula: „Wer mit handelt und schweigt, macht sich mit
schuldig.“ ist eines von vielen. Oder das Schiller-Zitat: „Das 1. Gebot des
Anstands ist die Erhaltung der Freiheit der anderen. Das 2. die Demonstration
der eigenen Freiheit.“
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War unser Widerstand umsonst?, fragt gegen Ende des
60-Minuten-Stücks Hans (25) seine Schwester Sophie (22). „Nein“, lautet die
überzeugende Antwort. „Wir sehen uns in der Ewigkeit wieder.“ Fragen der Schülerinnen und
Antworten der Schau-spieler vertiefen das Gesehene. Schulleiter Alfred Peil
dankt für die große Leistung und schlägt eine Brücke zu dem brutalen
Polizei-Einsatz auf dem Istanbuler Beyazit-Platz. „Grundrechte und freiheitliches
Denken sind auch heute noch bedroht.“ Abermals langer Applaus für eine unter
die Haut gehende Leistung des Tournee-Theaters nach Texten des Autors Patric
Tavanti.
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