"Klimaexpedition"                                 
Geograf Martin Fliegner von "GERMANWATCH KLIMAEXPEDITION" informierte die 10er Klassen anschaulich und unter die Haut gehend über die globale Erwärmung des Klimas. Erdkundeunterricht mit Satellitenanschluss.

Live-Satellitenbilder für die 10er Klassen der Xantener Marienschule

Warum schmelzen Gletscher und Eismeere, nehmen Tornados und Hurrikans rapide zu?
Sie sahen riesige Schneisen im brasilianischen Regenwald. Die Schülerinnen der 10er Klassen der Marienschule kennen auch den Grund: Damit unsere Rinder mit Sojabohnen schneller gemästet werden. 70 Prozent der Abholzungen werden dafür vorgenommen. So informierte gestern der Geograf Martin Fliegner von „Germanwatch Klimaexpedition“ aus Bochum. Eines von zahlreichen Fotos und Zeitrafferfilmen, von 700 Kilometer Höhe mit Satelliten-Kameras aufgenommen.
  
Oder der Tschad-See in Zentralafrika. Der einst 25.000 Quadratkilometer große, flache, abflussfreie See südlich der Sahara ist seit 1963 auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Größe geschrumpft. „Um wie viel wurde die Sahelzone in dieser Zeit wärmer?“, fragte Fliegner die Schülerinnen. Die Antwort: 0,6 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt genügten für diese Folge.
  
Viele weitere Satellitenfotos wurden interpretiert. Bilder, die dokumentierten, dass die Dürre auch in Europa angekommen ist. In Portugal wurden aus ehemals grünen Flächen braune Böden, die auf Wassermangel zurück zu führen sind. Noch eindringlicher die Bilder vom Schmelzen der Gletscher auf dem Kilimandscharo, in den Alpen, im Himalaja, in Alaska, auf Grönland. „Während andere über den Klimawandel noch diskutieren, weise ich ihn nach.“

Welche verheerenden Folgen das Steigen des Meeresspiegels haben kann, wurde deutlich: Die Niederlande haben die Technik und das Geld, sich gegen ein Ansteigen zu schützen. Für viele flache Inseln im pazifischen Raum würde dies aber das Aus bedeuten. Unter die Haut gingen die Zeitrafferaufnahmen von Tornados und Hurrikans. „Kathrina“ mit seinen 1.400 Kilometern Durchmessern dürfte noch viele Nachfolger haben, weil die Wassertemperatur der subtropischen Meere ständig steigt. Die Mindesttemperatur von 28 Grad wird inzwischen längst überschritten. Und die Faustregel lautet: Je wärmer das Meer, desto häufiger und stärker die Hurrikans.
Faszinierend schön eine Nachtaufnahme auf die Erde. Viele leuchtende Punkte auf der Nordhälfte der Erde, wenige im Süden. „Können wir es länger verantworten, dass ein Viertel der Erdbevölkerung drei Viertel der Energie verbraucht?“, fragte der Referent die Schülerinnen, die seine Fragen betroffen beantworteten. „Lohnt es sich, für eine freie Schiffspassage durch das Nordmeer in Kauf zu nehmen, dass Eisbären keine Beute mehr erjagen können, dass die Meere steigen und die Wetterkatastrophen zunehmen?"
Schnell waren die 90-Minuten-Einheiten für jede Klasse vorüber. Begriffe wie Meerspiegelanstieg, Gletscherschmelze, Bedeutung des Regenwaldes, Flugverkehrfolgen ... wurden mit Leben gefüllt. Anschaulicher Unterricht über Klimawandel und Klimaschutz. Gefördert durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

 
                 

In Zusammenarbeit mit W.Plümpe (Text) | 06.03.2006