93 Marienschülerinnen haben nach sechs Schuljahren als Göttinnen den Olymp verlassen

Als kleine Fünftklässlerinnen haben sie vor sechs Jahren begonnen. Nun lautete ihr Motto für den Abschied von der Marienschule: „Die Göttinnen verlassen den Olymp.“ In bewegenden Feiern im Dom und in der Aula der Privaten Mädchenrealschule wurden 93 Entlass-Schülerinnen verabschiedet.

            „Nehmt auch den Glauben mit auf die Fahrt!“, riet Schulseelsorger Kaplan Karsten Weidisch in seiner Predigt. „Sechs Jahre einer katholischen Realschule bekommt ihr nicht wieder.“ Er wünschte den Schülerinnen weiter die Erfahrung von Menschlichkeit und Nächstenliebe. „Fahrt hinaus in euer persönliches Lebensmeer! Nutzt das Leben!“ Als Leitgedanken hatten sich die Schülerinnen für ihren Abschlussgottesdienst gewählt: „So, wie die Samen dieser Pusteblume, werden auch wir in alle Richtungen gehen.“

            Träume und Visionen, Hoffnungen und Wünsche schrieben die Entlass-Schülerinnen auf Karten, die nach der Messe an Luftballons steigen gelassen wurden. „I believe I can fly“ erklang von der Grünen Pforte, während 93 bunte Luftballons in den blauen Himmel stiegen.

            Als Vertreter von Propst Alfred Manthey dankte Weidisch zu Beginn der zweistündigen Feier in der Aula den Eltern für ihr Vertrauen in die Schule der St.-Viktor-Gemeinde. Dank für „ein fast familiäres Miteinander“, viele Aktionen und Humor. „Mögen in 100.000 Jahren noch Göttinnen den Olymp der Marienschule verlassen.“

            Im Namen der Schulpflegschaft (Birgitta Janßen) und des Fördervereins (Frank Geiger) der Schülerverwaltung (Kathrin Thelen) ergoss sich ein Füllhorn guter Wünsche auf die Entlass-Schülerinnen. „Mögen eure Freundschaften über die Schule hinaus andauern. Gewinnt neue Freundschafen, die euch bereichern.“ (Thelen)

            In ihrer Abschlussansprache ging Christina Franzen von einem Zitat aus: „Du hast die schwierigste Prüfung bestanden, wenn der Mann im Spiegel dein Freund ist.“ Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg der Selbstannahme sei die Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem. Dazu wünschte sie im Namen des Lehrerkollegiums viel Erfolg.

            Das Jahr 2008 als Jahr der Mathematik nahm Schulleiter Alfred Peil zum Anlass, „dem tollen Jahrgang“ ein letztes Mal die Bedeutung der Zahlen zu demonstrieren. Hexeneinmaleins nach Goethe, Melancholie-Kupferstich von Dürer, magische Quadrate als Gehirn-Jogging: „Die Mathematik ist wichtig für vieles im Leben, verknüpft mit anderen Wissenschaften und Künsten. Behaltet eure lebendige Freude am Forschen und Entdecken.“

Regina Kammann (Klassik-Ensemble im Dom) und Stefan Menskes (Big Band in der Aula) gestalteten die würdigen und bewegenden Feierstunden mit. Musik umrahmte den Dank für viele Lehrer, für die Mütter vom  Brötchen-Team, für langjährige Mitgliedschaft in den Musikgruppen ... und für Karl-Heinz Oymann als „Gott des Hauses“ und Ursula Steltner als

„Göttin der Organisation“

Walter Plümpe, „Gott der Fotografie“, 11.06.2008

 

Luftballons tragen die Wünsche und Visionen der 93 Entlassschülerinnen in die Ferne
Schulleiter Alfred Peil und Klassenlehrerin Angelika Plümpe beim Verteilen der Zeugnisse an die Schülerinnen der 10a.